Das Jahr 2018 war für die deutschen Autobauer, einen der wichtigsten deutschen Industriezweige, ein einschneidendes Jahr. Der Abgas-Skandal mit internationalen Imageverlusten, schleppende Nachfrage nach E-Mobilität, der tägliche Verkehrskollaps in den Ballungsgebieten und auf den verstopften Autobahnen, all dies hat das Ansehen der Automobilbranche und die Lust am Autofahren in Deutschland stark beschädigt. Insbesondere der Schlinger-Kurs der Politik über die Zukunft des Verbrennungsmotors auf deutschen Straßen bereitet den Automobilbauern nachhaltige Sorgen.

Hieß das Ziel im Jahr 2013 noch: „1 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen“, muss die Bundesregierung in diesem Jahr kleinlaut das Ziel um die Hälfte auf anvisierte 500.000 Stück E-Autos reduzieren und zugleich den Absatz von Elektroautos mit Kaufprämien aus Steuermitteln fördern. Aber auch die nach dem „Windhund-Prinzip“ ausgelobten Prämien haben bis Ende 2017 noch nicht den angestrebten Erfolg gezeigt. Zurzeit sind lediglich 34.022 E-Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs.  Entweder sind die deutschen Autokäufer nicht so schnell wie die Windhunde oder die Kenntnisse des Konsumenten über die Förderprämien bzw. die Werbung der Autoindustrie über die Vorteile der E-Autos gehen an den Bedürfnissen der deutschen Kunden vorbei.

In allgemeinen Umfragen spricht sich ein Großteil der Bevölkerung für E-Mobilität und deren Nachhaltigkeit aus, auch wenn es die Absatzzahlen bis heute noch nicht zeigen. Hier gilt es die Kommunikation und die Beziehung zum Kunden seitens der Automobilindustrie deutlich zu verbessern. Liegt nicht vielleicht gerade darin das Problem, dass viele potentielle E-Auto-Käufer die Vorteile dieses Antriebs und die Auswahl der Modelle im Rahmender ‚E‘-Mobilität nicht ausreichend kennen?

Staatliche Förderung beim Kauf eines Elektro-Automobils

Für die Pioniere in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit bietet der Markt längst erfolgreiche Modelle auf rein batteriebetriebener Basis. Für diejenigen, die sich nicht ausschließlich auf E-Mobilität verlassen wollen, gibt es auch Hybrid-Varianten. Beide Elektrovarianten werden bis Ende Juni 2019 mit 3.000 Euro pro Modell gefördert, solange Geld im Fördertopf ist. Wer zuerst kommt, kassiert auch zuerst, das bedeutet, der Käufer eines E-Autos muss schnell sein – eben die Vergabe der Fördermittel nach dem „Windhund-Prinzip“. Es sieht aber jetzt für Kaufwillige noch gut aus, die Fördermittel sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft, hier geht noch was…

Dem gegenüber stehen zu wenige Tankmöglichkeiten, mangelnde Informationen über die Vorteile der E-Mobilität beim Autokäufer und die wenig bekannte Vergabe der staatlichen Fördermittel sorgen für Zurückhaltung der deutschen Konsumenten beim Kauf eines E-Autos. Darüber hinaus ist der deutliche Mehrpreis von durchschnittlich 15.000 – 20.000 Euro für E-Autos ein nicht zu unterschätzendes Absatzhandicap. Zwar hilft die staatliche Förderprämie die Preisdifferenz ein wenig zu mildern, aber den deutlichen höheren Preis eines Elektro-Automobils vermag sich nicht zu kompensieren. All diese Punkte bieten viel Raum für Verbesserungen.

Um das Problem weniger Tankmöglichkeiten für E-Autos zu bekämpften, hat die Regierung beschlossen bis 2020 bereits 5.000 neue Schnellladesäulen in der Bundesrepublik zu schaffen. Dies soll eine neue Basis für den schnelleren Wechsel zum E-Fahrzeug schaffen.

Ein französisches E-Automobil auf dem ersten Platz

Der Renault Zoe (rein batterieelektrisch) ist mit 3.265 zugelassenen E-Autos die erfolgreichste E-Version in den ersten sechs Monaten im Jahr 2017 in Deutschland. Rang zwei wird vom deutschen Autobauer BMW mit dem Modell i3 mit rund 2.600 Elektrofahrzeugen gehalten. Insgesamt beträgt die Zahl der Neuzulassungen im Bereich der E-Mobility in Deutschland 21.644 Elektroautos. Dies ist eine verschwindend geringe Anzahl im Vergleich zu der Gesamtheit von 3,21 Millionen jährlich zugelassener Kraftfahrzeuge in der Bundesrepublik.

Vorreiter im Bereich der E-Mobility auf den Straßen ist übrigens das Reich der Mitte. In China sind seit 2012 bis 2016 insgesamt 336.000 Elektroautos für den Straßenverkehr angemeldet worden. Besonders interessant ist, dass viele chinesische Kommunen ihren öffentlichen Nahverkehr auf umweltfreundliche Elektrofahrzeuge bereits umstellen. Experten vermuten, dass diese schnelle Entwicklung der E-Mobility-Branche in China dadurch hervorgerufen wird, dass dort bereits die starken Folgen der Luftverschmutzung zu spüren bekommt. Anfang des Jahres 2016 wurde bereits mehrfach Warnstufe Rot im Norden Chinas ausgerufen, da Smog die Städte in Wolken aus Schmutz hüllte.

Verbrennungsmotoren sind Luftverschmutzer und Klimakiller

Sollten uns nicht steigende Stickoxid-Belastungen in Großstädten und CO2-Emissionen zum Umdenken motivieren? Der wohl größte Vorteil der Elektroautos gegenüber der Diesel- und Benzin-Fahrzeuge ist die Tatsache, dass E-Autos lokal keine Schadstoffe ausstoßen (z.B. Stickoxid oder Kohlenmonoxid). Auch die kaum hörbaren Motorengeräusche der E-Automobile würden zu einer deutlichen Reduzierung der Lärmbelastung beitragen. Gerade in Ballungsgebieten machen „dicke Luft“ und ständiger Verkehrslärm die Menschen krank und senken die Lebensqualität für Anwohner an Autobahnen, Schnellstraßen und in Städten erheblich. Frankreich hat beispielsweise kürzlich den Beschluss gefasst, für den Stadtverkehr in Paris Diesel-Autos ab dem Jahre 2024 und Benziner ab dem Jahre 2030 zu verbieten.

Dies sind doch klare Vorteile des Elektro-Autos, die es verdient hätten viel stärker kommuniziert zu werden!

concertare bietet Hilfe zur Verbesserung der Kundenbeziehungen

Genau darin liegt die Stärke der concertare Beratungs- und Dienstleistungsgesellschaft mbH, die seit über 20 Jahren Partner der Automobilindustrie in Sachen Kundenbeziehung ist. Unsere Konzepte helfen unseren Automobilkunden, die Verkaufssituation zu erfassen und die Kommunikation durch individuelle Konzepte zu verbessern. Auch in Sachen Elektromobilität stehen wir mit Fachkompetenz unseren Kunden zur Seite.

Quellen:

https://adac-blog.de/e-mobilitaet/

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Infodienst/2013/05/2013-05-31-elektromobilitaet/2013-05-31-elektromobilitaet.html

https://www.focus.de/auto/ratgeber/unterwegs/tid-11103/elektroautos-groesstes-problem-sind-die-hohe-kosten_aid_317323.html

http://www.handelsblatt.com/video/politik/fahrverbot-ab-2040-diesel-und-benzin-unerwuenscht-frankreichs-anti-feinstaub-plan/20451484.html

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/leasing/ranking-die-meistverkauften-elektroautos-in-deutschland/20447172.html

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/auto-von-morgen/handelsblatt-auto-gipfel-2017-der-panda-faellt-nicht-vom-baum/20509572.html

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/china-bleibt-treiber-auf-dem-elektroauto-markt-a-1131479.html

https://de.statista.com/themen/608/elektromobilitaet/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/265995/umfrage/anzahl-der-elektroautos-in-deutschland/