Nicht teilnehmende Beobachtung

Die Beobachtung gehört wie die Befragung zu den wichtigsten Datenerhebungsmethoden in der empirischen Sozialforschung. Hierbei werden Ereignisse, wie zum Beispiel soziale und interaktive Prozesse und Handlungsabläufe, von außen betrachtet. Man kann Beobachtungen auf verschiedenste Art einteilen, zum Beispiel nach dem Grad der Strukturiertheit (unstrukturiert, teilstrukturiert oder vollstrukturiert), nach der Beobachtungssituation (Labor oder Feld), in offene oder verdeckte Beobachtung, sowie in teilnehmend und nicht-teilnehmende.

Bei der nicht teilnehmenden Methode greift der Beobachter nicht in das Geschehen ein und befragt die Testpersonen auch nicht. Er bleibt der getesteten Person während der Testaktion verborgen und ist meistens selbst nicht einmal anwesend, sondern er bewertet die getesteten Aktivitäten zum Beispiel, indem er sich eine Videoaufzeichnung ansieht.

Die nicht-teilnehmende Beobachtung wird häufig im Einzelhandel eingesetzt. Dabei übernehmen meist technische Geräte die eigentlich Beobachtung, indem sie zum Beispiel Kundenfrequenz und Kundenströme oder die Menge der Verkäufe messen.

Im Gegensatz zur nicht teilnehmenden steht die teilnehmende Beobachtung. Hierbei nimmt der Tester oder der Beobachter am Ablauf des Geschehens teil. Diese Art der Beobachtung kann außerdem in aktiv und passiv eingeteilt werden. Findet die teilnehmende Beobachtung aktiv statt, so bedeutet das, dass der Tester oder Beobachter einer Gruppe selbst in dieser aktiv ist. Verläuft die teilnehmende Beobachtung passiv, so ist der Beobachter in der zu beobachtenden Gruppe zwar persönlich anwesend, aber seine Rolle ist zurückhaltend und unbedeutend, eher wie die eines Besuchers.